Wenn man sich einmal anschaut, welche Filme in den letzten Jahren das Genre der romantischen Komödie hervorgebracht hat, dann muss man feststellen, dass so gut wie jeder Film nach dem gleichen Schema verläuft. Es gibt kein Genre, dass so viele Liebhaber wie Hasser hat. Das sieht man an den immer wieder tollen Einspielergebnissen und den meist schlechten Kritiken. Nun kommt mit
(500) Days of Summer ein romantischer wie auch witziger Film daher, der sich deutlich von diesem Genre abhebt, obwohl er die gleichen Gefühle vermitteln möchte - aber auf einer innovativen Art und Weise. Hier gibt es keine Spur von 08/15, und das macht den Film zu etwas Besonderem.

Tom (
Joseph Gordon-Levitt) arbeitet als Schreiber in einer Grußkartenfirma. Als er Summer (
Zooey Deschanel) trifft, glaubt er daran, die Frau seines Lebens getroffen zu haben. Er möchte eine Beziehung, sie glaubt aber nicht daran. Doch Tag für Tag lernen sie sich besser kennen, finden Gemeinsamkeiten heraus, bis Summer sich "trennt" und sie nur noch gute Freunde sein sollen. Das zerbricht Tom das Herz, doch er möchte Summer zurück und geht aus diesem Grund die Tage der Zweisamkeit durch, um herauszufinden, woran die Beziehung gescheitert ist.

Viel mehr sei hier nicht verraten, die Tatsache, dass der Film aber nach einem grandiosen Vorspann mit der Trennung beginnt, ist einfach toll. Der Film springt immer wieder hin und her, beginnt bei Tag 488, springt dann zum ersten Tag und schließlich zur Trennung, bevor es wieder am Anfang los geht. Diese Vorgehensweise verfolgt der Film fast bis zum Schluss - und das sehr gekonnt! So wechseln die Szenen, manchmal im Minutentakt, von dramatisch/melancholisch zu witzig/heiter. Das ist neu und dadurch werden die Gefühle perfekt übermittelt, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Hauptcharakterer nichts unglaubwürdiges tun, sondern alles sehr real beschrieben wird.
Abgesehen vielleicht von einer kleinen Musicalszene, die aber dennoch perfekt in den Film passt. Sie hat Spaß gemacht und war toll anzuschauen, auch der Song war sehr stimmungsvoll, wie eigentlich der gesamte Soundtrack des Films, der zu jeder Szene gepasst hat.
Auch gibt es im Film viele faszinierende Szenen. Als Tom auf Summers Party geht und Realität und Wunschdenken parallel auf der Leinwand abgespielt werden, bekommt der Zuschauer eine der besten Szenen der letzten Zeit zu Gesicht. Auch die Szene danach ist fast schon künstlerisch, als Tom auf die Straße rennt und das Bild schließlich zu einer Zeichnung und später ausradiert wird. Einfach toll, da seine Gefühlslage so noch deutlicher zur Geltung kommt.

Direkt zu Beginn des Films wird gesagt, dass er kein Liebesfilm sei. Bei der Thematik könnte man zwar etwas anderes vermuten, aber durch den gesamten Aufbau hat man nie das Gefühl, hier einfache Dutzenware vorgesetzt zu bekommen. Das ist das Schöne bei
(500) Days of Summer. Er ist romantisch, witzig (Es gibt sogar einige Brüller!), melancholisch, unterhaltend und dabei sehr frisch. Aber das man es hier mit etwas Besonderem zu tun hat, erkennt man bereits durch die Einführung durch einen Erzähler, was ein wenig an die Serie "Pushing Daisies" erinnert, zumindest von der Art und Weise zu Erzählen.
Zooey Deschanel ist süß und macht ihre Sache gut. Sie spielt überzeugend und kommt verdammt sympathisch rüber... und diese Augen sind einfach ein Hingucker.
Joseph Gordon-Levitt spielt sich die Seele aus dem Leib. Man nimmt ihm jede Szene ab, in der er traurig und niedergeschlagen ist, der Zuschauer kauft ihm sein gebrochenes Herz vollkommen ab, genauso wie seine Zweifel, Freude und Liebe. Wirklich eine gute Leistung, die er hier abliefert.
Fazit:
Was für ein Film. Alles andere als Dutzenware.
(500) Days of Summer ist ein rundum schöner Film, der Romantik, Witz und Melancholie perfekt miteinander verbindet und dem Zuschauer die Gefühle durch einen tollen Aufbau, sehr guten Hauptdarstellern und toller Musik von der ersten bis hin zur letzten Minute übermitteln kann, das alles ist verpackt mit tollen Bildern. Ein toller Film und ein Juwel im Filmjahr 2009.